Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) zeigte sich beeindruckt: "Das ist schon ganz schön gewaltig", sagte er auch angesichts der Sorgen, die es seit Jahren in Gerbstedt mit überfluteten Kellern gibt. Jüngste Pegelmessungen in dem betroffenen Stadtgebiet haben ergeben, dass dort das Grundwasser etwa 1,50 Meter unterhalb des Straßenniveaus beginnt. Schwarz machte dabei deutlich, dass die Probleme nichts mit tiefen Kellern zu tun haben, wie manch einer vielleicht annehmen könnte. Mittlerweile seien auch Keller betroffen, die auf dem Berg liegen.
Wie dieser Situation zu begegnen ist, vermochte den Gerbstedtern bislang noch keiner zu sagen. Sie wissen lediglich, dass das steigende Grundwasser ein landesweites Problem ist. Doch die Art und Weise, wie damit umgegangen wird, erregt eher Unmut. "Alle reden klug, was man machen kann, vom Landwirtschaftsministerium bis nach ganz unten. Aber keiner sagt, wie es zu finanzieren ist", zeigte sich Schwarz ungehalten. "Jeder ist schlau geworden, und jeder weiß auf einmal, dass die Gräben zu sind, aber keiner unternimmt was", so der Bürgermeister.
Nach Auffassung der Stadträte machen die für die Instandhaltung der Gräben zuständigen Unterhaltungsverbände zu wenig, um die Gräben in Ordnung zu halten. Udo Reichardt (SPD): "Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn ABM-Kräfte freigegeben werden. Ansonsten sieht man von den Unterhaltungsverbänden nichts. Was wir sehen, sind verlandete Gräben überall", kritisierte der Ortsbürgermeister von Rottelsdorf und unterstrich: "So kann das nicht weitergehen. Hier muss sich etwas ändern."
Schwarz pflichtete bei. Er machte kein Hehl aus seiner Auffassung, dass er die Unterhaltungsverbände für keine gute Erfindung hält. Für das Geld, das die Einheitsgemeinde dort hinein steckt, und das seien immerhin an die 120 000 Euro im Jahr, könnte sich Schwarz andere Leistungen vorstellen. "Für das Geld könnte ich Leute einstellen, die die Gräben permanent unterhalten", sagte er und fügte hinzu, dass ganz sicher auch mit den Landwirten Vereinbarungen möglich wären, um die Gräben instand zu halten. Und das alles ohne Unterhaltungsverbände.
Quelle: MZ


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Ihlewitz/MZ. Der Stadtrat der Einheitsgemeinde Gerbstedt hat in dieser Woche Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) mit großer Mehrheit beauftragt, mit einer interessierten Firma einen Vertrag zur Errichtung einer Windkraftanlage auszuhandeln. Der Ortsbürgermeister von Welfesholz, Edgard von Stromberg, hatte zwar ernste Bedenken dagegen geäußert, doch Stadtrat Jürgen Laue (CDU) machte klar: "Wir haben gar keine Möglichkeit Nein zu sagen." Das Windrad am Rande der ehemaligen Kap-Straße in Richtung Ihlewitz sei seit Jahren geplant, bekräftigte Bürgermeister Schwarz, der überdies versicherte, keineswegs "blauäugig" in die Verhandlungen zu gehen.