Stadt Gerbstedt (59)
Einheitsgemeinde Stadt Gerbstedt
Halle (Saale)/MZ. Schock in der Morgenstunde für eine MZ-Zustellerin in Friedeburgerhütte, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als sie nämlich in aller Herrgottsfrühe im Dorf den Hüttenberg hinauffuhr, um dort die Zeitungen in die Haushalte zu bringen, gab es plötzlich einen fürchterlichen Rums, und ihr Auto saß fest, Totalschaden. Es war mit lautem Knall auf der Straße eingebrochen, wo sich ein Loch aufgetan hatte, dessen Ausmaße in der Dunkelheit gar nicht zu überblicken waren.
Ob die Frau überhaupt mitbekam, dass es unter dem Auto mehrere Meter in die Tiefe ging, vermochte am Donnerstag vor Ort keiner zu sagen. Nachbarn berichteten, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Laut Polizei, die überdies von "knackenden Geräuschen" sprach, die eine mögliche Verbreiterung der Gefahrenstelle befürchten ließen, steht sie unter Schock. Im Erdreich gurgelte Wasser, weil ein Rohr gebrochen war. Das kühle Nass verschwand unterirdisch und spülte unterhalb des Hanges einen Keller voll Schlamm.
Die Feuerwehr Adendorf wurde alarmiert, ebenso die Midewa, die im Ort das Wasser abdrehte und die Reparatur begann, die noch am selben Tag zum Abschluss gebracht wurde. Die Feuerwehr übernahm Sicherungsaufgaben rund um den Einsatzort. "Mehr konnten wir nicht machen", sagte Wehrleiter Horst Lehmer, der zur Ursache des Straßeneinbruchs ebenso wenig sagen konnte wie Mitarbeiter des geologischen Landesamtes.
Auch für Jürgen Reinhardt, den Technischen Leiter der Midewa-Niederlassung in Eisleben, ist die Ursache völlig unklar. Für ihn kommt es erst einmal darauf an, eine Notleitung zu bauen, damit der Ort binnen Stunden wieder an die Wasserversorgung angeschlossen werden kann. Fürs erste schickte er einen Wasserwagen durch den Ort, um die Einwohner mit dem nötigsten zu versorgen. "Egal, was die Ursache war, wir beheben erst einmal den Schaden", sagte er.
SIERSLEBEN/MZ. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Siersleben haben am Wochenende ihr neues Gerätehaus in Besitz genommen. Zur Feier des Tages gab es neben dem überdimensionalen symbolischen Schlüssel, den Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) überreichte, auch jede Menge Blumen.
Für reichlich eine halbe Million Euro ist in Nachbarschaft des alten, viel kleinen Feuerwehrhauses eine Unterkunft geschaffen worden, die den Blauröcken um Wehrleiter Franz Wanka erstmals Bedingungen bietet, die dem heute üblichen Standart entsprechen. Die Siersleber, die in ihrem alten, in den 1930er Jahren errichteten Domizil noch nicht einmal über Duschen verfügten, hatten zwar sich noch vor zwei Jahren einen Neubau mit allem Drum und Dran erhofft, weil das alte Gerätehaus keinerlei Möglichkeiten zur Erweiterung bot. Doch dieses Vorhaben wäre nur mit 700 000 Euro Fördermitteln zu realisieren gewesen, eine Summe, die nicht zu beschaffen war. Deshalb hatte der Stadtrat Gerbstedt vor einem reichlichen Jahr beschlossen, eine "abgespeckte Variante" auf den Weg zu bringen, weil Verbesserungen für die Feuerwehr keinen weiteren Aufschub duldeten.
Die Bedingungen im Altbau waren eine einzige Katastrophe, begründete Bürgermeister Schwarz die Anstrengungen für das Projekt, das auf den ersten Blick wie ein Neubau aussieht, tatsächlich jedoch ein umgebautes Stallgebäude ist, das zur Ergänzung noch einen Anbau für die Unterbringung der Feuerwehrtechnik erhielt. "Das ist eine ordentliche Lösung", so Schwarz. Wehrleiter Franz Wanka pflichtete bei. Er hob hervor, dass trotz der widrigen Bedingungen, die die Angehörigen der Wehr in der Vergangenheit zu meistern hatten, kein Mitglied die Flinte ins Korn geworfen habe. Alle sind bei der Stange geblieben, was auch Ortsbürgermeister Lutz Sommer (Freie Wähler) den Blauröcken hoch anrechnet.
GERBSTEDT/MZ. Am Mittwoch ist in Gerbstedt die lang ersehnte Verstärkung eingetroffen, die gebraucht wird, um die Folgen der Schlammflut vom 11. September bewältigen zu können. Das Jobcenter Mansfeld-Südharz hat auf Antrag der Stadt kurzfristig 20 Arbeitskräfte für zwei Monate bereit gestellt. Sie sollen in den Ortschaften Gerbstedt, Zabenstedt, Friedeburgerhütte, Ihlewitz und Freist beim Aufräumen helfen.
"Mit unseren eigenen Kräften wäre es nicht zu schaffen, den Zustand, wie er vor der Flut war, wieder herzustellen", sagte Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) am Dienstagabend im Stadtrat. Trotzdem werde es wohl Wochen dauern, bis alles wieder so ist, wie es war. Barbara Olze (CDU), die Vorsitzende des Stadtrates, schätzt gar, dass es noch länger dauern könnte. "Es gibt noch so viel Arbeit", sagte Olze, die zugleich Ortsbürgermeisterin von Ihlewitz ist. Sie wäre froh gewesen, "wenn wir nach dem Unwetter Katastrophenalarm gehabt hätten, wenn Hilfe von der Bundeswehr gekommen wäre." Doch das ist nicht passiert, die gesetzlichen Bedingungen dafür seien für Landrat Dirk Schatz (CDU) nicht erfüllt gewesen, wie die Kreisverwaltung am Mittwoch auf Anfrage erklärte.
Bürgermeister Schwarz dankte dem Landrat ausdrücklich, weil dieser am Tag des Unwetters das Technische Hilfswerk nach Friedeburgerhütte gerufen hat und dort einen Krisenstab einrichten ließ. Er unterstrich, dass die Einsatzkräfte "bis an die Grenze des Machbaren" gegangen seien. Kein Verständnis zeigte er jedoch dafür, dass nicht ein einziger Abgeordneter des Wahlkreises nach der Flut in Gerbstedt von sich hören ließ.
GERBSTEDT/MZ. Der Großbrand vom Mai auf dem Ziegenhof Pfeiffhausen ist für Klaus-Dieter Kürbis noch allgegenwärtig. Damals war es den Feuerwehren aus Gerbstedt, Adendorf, Ihlewitz und Thaldorf mit äußerster Anstrengung gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Wohnhaus zu verhindern. "Wir waren ziemlich schnell vor Ort", erinnert sich der Stadtwehrleiter der Einheitsgemeinde Gerbstedt an einen seiner größten Einsätze überhaupt.
Kürbis, der vor wenigen Tagen als Ehrenbeamter auf Zeit verpflichtet wurde und damit offiziell sein Amt antrat, ist Elektromeister von Beruf. Anfang der 1990-er Jahre hat er sich selbstständig gemacht, nachdem er zuvor viele Jahre für den gesamten elektrischen Bereich der LPG Pflanzenproduktion Gerbstedt verantwortlich war.
Wieviel Zeit er nebenbei im Dienst der Feuerwehr verbracht hat, vermag er nicht zu sagen. Doch es kommt einiges zusammen. Als Junger Brandschutzhelfer hat der heute 53-Jährige noch während seiner Schulzeit bei den Blauröcken angefangen. "Es hat mich nicht mehr losgelassen", sagt er rückblickend, wobei er sich noch gut daran erinnert, wie er sein erstes Ziel, die Maschinistenqualifikation erreicht hat. Ist schon eine Weile her, auch seine Berufung zum Wehrleiter der Feuerwehr Gerbstedt liegt bereits 14 Jahre zurück. Mit seinen Mitstreitern sieht er sich dort in der glücklichen Lage, auf eine stabile Mitgliederzahl verweisen zu können. "Gerbstedt hat eine tatkräftige Jugendwehr", sagt er. Man habe sich immer um den Nachwuchs bemüht und versucht, schon die Allerjüngsten zu begeistern. Trotzdem ist auch in Gerbstedt die Personaldecke keineswegs so groß, dass man sich nicht für die Zukunft Gedanken machen müsste. "Weniger dürfen es nicht sein", kennzeichnet Kürbis die Lage.
In den Ortschaften der Einheitsgemeinde sieht es nicht anders aus. Die Sollstärken in den Feuerwehren reichen zwar auch dort überall noch aus. Doch Nachwuchs wird immer gebraucht. Auch junge Leute, die Verantwortung übernehmen wie beispielsweise Tim Vöhrigen. Der Chef der Feuerwehr Welfesholz gehört zu den jüngsten Wehrleitern weit und breit. Oder Henrik Lampe, 23 Jahre alt, und erst vor kurzem zum stellvertretenden Wehrleiter in Freist berufen. Oder Ralph Dockhorn, stellvertretender Stadtwehrleiter in Gerbstedt. Über ihn sagt Kürbis nicht ohne stolz: "Er ist in unserer Jugendfeuerwehr groß geworden, von der Pike auf."
Ziegen in letzter Sekunde vor Feuertod gerettet
Geschrieben von MZ
PFEIFFHAUSEN/MZ. Ein Feuer hat am Donnerstag früh große Teile des Ziegenhofes in Pfeiffhausen zerstört. Laut Polizei entstand der Brand auf Grund eines technischen Defektes in der Kühlzelle des Hofladens.
Von dort breitete sich das Feuer auf den Verkaufsraum, die angrenzenden Stallungen sowie den Dachstuhl aus. Die Tiere konnten von Mitarbeitern des Ziegenhofes in letzter Sekunde aus dem Stall geholt und in Sicherheit gebracht werden.
bn. Nachdem die Mauer beim Pfarrhaus wieder saniert wurde,
ist die Mauer gegenüber (Ecke Kloppanstr./Bahnhofstr.) teilweise eingestürzt.

(Foto: (c) by k-putt 2011)
FRIEDEBURG/MZ. Eigentlich sind in Friedeburg die Straße Samstagmorgen so gut wie menschenleer. Nicht so am vergangenen Sonnabend. Bei Sonnenschein war lebhaftes Treiben zu beobachten, Friedeburger jeden Alters wanderten zielstrebig Richtung Feuerwehrhaus, wollten sie doch am Frühjahrsputz teilnehmen, der vor allem wegen des Hochwassers notwendig geworden war.
Etwa 60 Arbeitswillige fanden sich ein, als Jüngste die fünfjährigen Mia Reitmann und Pia Haaszengier, als einer der ältesten Helfer Walter Orlowski, 77 Jahre. "Nach dem Hochwasser ist es dringend notwendig, den Müll wegzuschaffen. Den Kindern macht es Spaß, und sie engagieren sich so spielerisch für Ordnung, Sauberkeit und Umweltschutz, außerdem sind sie angehalten, für Mülltrennung zu sorgen", sagt Karin Mantel, die mit ihren drei Kindern, dem 18-jährigen Paul, dem 15-jährigen Max und dem 14-jährigen Johannes aus Dobis vom anderen Ufer der Saale gekommen war, um zu helfen. Die Helfer wurden in vier Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe beräumte das Ufer der Schlenze, zwei das Saaleufer und eine die Kleingartensiedlung neben dem Feuerwehrgebäude. "Hier waren beim Hochwasser weder die Bungalows noch die Feuerwehr verschont geblieben, es sah schlimm aus", sagten die Helferinnen Marina Meißner (16) und Sarah Hildenhagen (18). Beide sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr, wie auch die neunjährigen Teilnehmer der Aktion Paul Haaszengier und Christian Ribbe unter Leitung von Jugendwart Mario Heidler.
gerbstedt/mz/bz - Schreck in der Morgenstunde in Gerbstedt. Plötzlich und unerwartet ist hier am Rande des Marktes die Mauer des Kirchgartens eingestürzt. Pfarrer Steffen Weusten war genauso erschrocken, wie andere Gerbstedter, die hier täglich vorbeikommen. Auch angesichts der Kosten, die auf die kleine Kirchengemeinde nun zukommen.
Mittlerweile ist die Reparatur im Gange, gestern wurde das Fundament gesetzt. Kirchenältester Herbert Lange schätzt, dass die Mauer in etwa zwei Wochen wieder so stehen könnte, wie sie die Gerbstedter seit eh und je kennen.
FK. Der Winter läßt bereits jetzt schon Spuren in Gerbstedt. Es gibt nicht nur zahlreiche Schlaflöcher sondern, ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Bahnhofstraße eine Grundstücksmauer eingestürzt, so dass seit Montag Morgen dieser Bereich ersteinmal für den Verkehr voll gesperrt worden ist.
Ebenso bedrohlich schaut es an der Grundstücksmauer Ecke Klopane aus. Dieser Bereich ist auch schon seit längerer Zeit abgesperrt.
Dabei stellt sich wider die Frage, wer diese Sachen wieder in Ordnung bringt und vor allem wann.
Am 22.02.2011 ist ja wieder Bau- und Vergabeausschuß und vielleicht gibt es dann dafür kurzfristige Lösungen.
An dieser Stelle möchte ich mal alle Leser hier aufrufen, weitere kritische Stellen in Gerbstedt zu benennen, an denen augenscheinlich Gefahr im Verzug ist. Dazu gibt es dann im Forum hier die Möglichkeit diese auch öffentlich zu benennen. Unter der Rubrik "Gefahr im Verzug!" kann dann gepostet werden.
Neuer Standort für das Feuerwehr-Depot?
Geschrieben von MZ
FRIEDEBURG/MZ. Nach dem Hochwasser in Friedeburg sind die Aufräumungs- und Sanierungsarbeiten in vollem Gang. Vor allem das Ärztehaus, das komplett unter Wasser stand, ist erheblich beschädigt worden. Wie Siegfried Schwarz, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Gerbstedt, der MZ sagte, werden die Fußböden in dem gemeindeeigenen Gebäude derzeit erneuert. Zum besseren Schutz vor künftigen Hochwasserschäden werde Beton-Estrich "wie eine Wanne" eingebaut, außerdem werden Fliesen verlegt. Zahnärztin Kerstin Richter sagte, dass ihre Praxis wohl noch bis Ende kommender Woche geschlossen bleiben werde. Die Friedeburger Feuerwehr und ihre Mitarbeiterinnen waren während des Hochwassers im Dauer-Einsatz, um die schlimmsten Schäden an Gebäude und Technik zu verhindern. Trotzdem sei mindestens ein Gerät nicht mehr zu retten, so die Zahnärztin. In dem Haus bietet auch der Gerbstedter Hausarzt Claus Funke regelmäßig Sprechstunden an.
Für das Feuerwehr-Gerätehaus, das tagelang überflutet war und zeitweise sogar aufgegeben werden musste, gibt es grundsätzlichere Überlegungen. "Wir werden eventuell einen anderen Standort suchen", sagte Bürgermeister Schwarz. Es könne nicht sein, dass die Feuerwehr, die ja auch als Wasserwehr fungiere, regelmäßig von Hochwasser betroffen sei und sogar ihr eigenes Depot nicht mehr erreichen könne.


bin ich auf Ihre WEB-Seite gestossen. Besonders hat mich der Beitrag zur Pferdebahn nach Belleben ...