Kultur (46)
Kulturelles Leben in Gerbstedt.
Eröffnungsfeier unterm Dach
Geschrieben von Bernd Neumann
GERBSTEDT/MZ. Es regnete, was vom Himmel runter wollte - und das gerade dann, als Siegfried Schwarz, Bürgermeister der Stadt Gerbstedt, am Sonnabend pünktlich 13 Uhr nach dem dreifachen Salut schießen des Schützenvereins Gerbstedt das Stadtfest eröffnen wollte. Doch die Gerbstedter wussten sich zu helfen: Die Eröffnung wurde unter das Dach verlegt, das über der Bühne und vielen Zuschauerbänken gespannt war.
Und da wegen des Regens auch der Umzug nicht stattfinden konnte, spielten der Spielmannszug Blau-Weiß Hettstedt und die Schalmeienkapelle Zickeritz die Musik, die sie beim Umzug spielen wollten unter dem Dach. Auf den Bänken hatten viele Zuhörer Platz genommen, darunter Mitglieder der Sportgruppe 50 Plus, denn, so Gudrun Boge "Wir lassen uns den Spaß vom Wetter nicht verderben". So gab es auch Beifall für einen vom Gartenverein mit Kürbissen, Zucchini, Früchten und vielen Blumen geschmückten Wagen, der eigentlich im Umzug mitfahren wollte. "Wenn die Obrigkeit ruft, sind wir allemal bereit mitzumachen", lachte der recht regennasse Kutscher, Vereinsmitglied Dieter Fischer.
Mit flotten Rhythmen spielte der Hettstedter Spielmannszug auf, und als Zugabe erlebten die Zuhörer, was die Drumlines, eine Drummergruppe von Blau-Weiß, mit "Kadenz" und "Morris Brown" zu bieten hatten. "Hier mitzumachen macht Spaß", erklärten der 14-jährige Jonas Ulrich und der 19-jährige Student Kevin Klaus, als sie nach starkem Beifall die Bühne verließen, um den Zickeritzern Platz zu machen.
ELBEN/MZ. Ob er Lampenfieber gehabt habe? Nein, sagt Klaus Adolphi, Lampenfieber nicht, "aber man ist schon extrem angespannt vor so einem Auftritt". Der Musiker, der in Elben bei Gerbstedt lebt, hat mit seinen beiden Folkrock-Bands "Horch" und "The Aberlour's" erstmals auf dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival, dem "Wacken Open Air" in Schleswig-Holstein, gespielt. Die beiden Adolphi-Bands traten kurz hintereinander auf einer Nebenbühne, der Wackinger-Bühne, auf. "Das war schon aufregend, weil man ja weiß, das ist kein normales Konzert. Hier geht es schließlich um einiges", so der Musiker. "Aber nach den ersten Tönen habe ich sofort gewusst, dass es gut wird." Das Publikum - Adolphi schätzt, dass es vielleicht 5 000 Leute waren - "hat uns derart gefeiert, viele haben getanzt". Die Besucher seien sehr offen, was Musik betrifft. "Und weil es der erste Tag des Festivals war, waren sie natürlich auch voller Energie. Man hat richtig gemerkt, dass sie sich das ganze Jahr darauf gefreut haben." Was Adolphi auch beeindruckt hat: Die Leute seien zwar regelrecht "feierwütig", zugleich gehe es aber auch sehr friedlich zu.
Leider habe er selbst keine anderen Bands sehen können, so der Musiker. "Ich wäre gern noch ein, zwei Tage geblieben." Allerdings sei der Wacken-Termin mitten in die traditionelle "Otter-Tour" der "Aberlour's" gefallen - die Band ist jeden Sommer an der Ostsee unterwegs. "Wir sind morgens von Ahlbeck nach Wacken losgefahren. Das war schon anstrengend", so Adolphi. "Horch" reiste aus Halle an. "Das Management in Wacken ist äußerst professionell", so der Musiker. "Alles ist straff organisiert, es gibt sofort klare Ansagen." Auch die Technik und die Crew seien absolute Spitzenklasse. "Die Leute wissen einfach, was sie tun. Und alle sind sehr freundlich."
GERBSTEDT/MZ. Diesmal sind es keine Türme, Verliese oder Torbögen, die Günther Beinert gewöhnlich aus Beton und Farbe zusammenzimmert. Der bekannte Gerbstedter Burgenbauer ist auf die Lok gekommen. Und nicht auf irgendeine, sondern auf das Exemplar, das Anfang des 20. Jahrhunderts als erste Bahn mehrere Jahrzehnte die Passagiere von Helmsdorf über Gerbstedt bis nach Hettstedt und zurück transportierte. Fast ein Jahr hat er an dem Fahrzeug mit den neun Waggons getüftelt. Jetzt ist sie fertig und steht auf einer Länge von mehr als zehn Metern direkt neben dem im Jahr 2002 stillgelegten Gerbstedter Bahnhof.
"Zum Eisenbahnerfest am 3. September wird sie erstmals offiziell präsentiert", sagt Beinert. Er selbst will die Besucher an diesem Tag über das Bahnhofsgelände führen, auf dem noch weitere historische Bahnen stehen. Alle von ihm gebaut. "Und alle sind auch früher durch Gerbstedt gefahren. Jetzt ist daraus ein richtiges Eisenbahnmuseum geworden", sagt Beinert.
Dass sich der 77-Jährige das 1,5 Tonnen schwere und aufwendig mit Kelle, Raspel und Sandpapier herzustellende Prachtstück bis zuletzt aufgehoben hat, war Absicht. "Das Interessante an der Lok ist, dass sie es aus eigener Kraft den Berg in Richtung Helmsdorf nicht geschafft hätte. Sie brauchte eine zweite Lok, die sie anschob." Auch die hat Beinert aus Beton geformt und sie hängt - wie früher die echte - hinter den Waggons. Aus den Glasfenstern der Passagierwagen schauen insgesamt 84 Passagiere, darunter sogar eine Schulklasse mit weißen Uniformen. "Eigentlich kann man in jedem Waggon, egal ob Holzklasse oder I. Klasse, etwas entdecken", sagt Beinert.
GERBSTEDT/MZ. "Schnappt euch die Landratten", rief die Helferin von Neptun laut über das Wasser und schickte die Fänger durch das Gerbstedter Stadtbad, um die badefreudigen Kinder zur Neptuntaufe zu fangen. Knapp 20 Grad Außentemperatur, bewölkter Himmel und 19 Grad warmes bzw. kaltes Wasser schreckte am Sonnabend viele kleine Wasserratten nicht ab, das Neptunfest in Gerbstedt zu feiern. "Wir sind froh, dass trotz der etwas kühlen Sommertemperaturen die Kinder baden und sich freuen", sagte die leitende Rettungsschwimmerin Christina Lipa, die zum Neptunfest in die Rolle der "kleinen Meerjungfrau" geschlüpft war.
Erster Täufling war der siebenjährige Max. Und der Gerbstedter Junge machte es den Fängern nicht gerade einfach, denn flink wie ein Wiesel rannte Max über das Gelände des Stadtbades und wurde bei seiner "Flucht" vor den Helfern Neptuns kräftig von den anderen Kindern angefeuert. Nach spannender Verfolgungsjagd gelang es schließlich Neptuns Team, den Siebenjährigen zu fangen und das Taufritual über sich ergehen zu lassen. Die Meerhexe pinselte den kleinen kräftig mit Rasierschaum ein, Neptun rasierte ihn anschließend mit einem großen Säbel und die kleine Meerjungfrau taufte ihn dann schließlich auf den Namen "Tintenfisch", bevor er letztendlich in das große Schwimmerbecken hinein geschubst wurde. Den Namen "Tintenfisch" trägt Max jetzt für ein ganzes Jahr.
Gleich im Anschluss schnappte sich Neptun, alias Andreas Leipoldt aus Gerbstedt, Ronja Staude aus Halle. Die Schülerin, die ihre Ferien bei Oma und Opa in Gerbstedt verbrachte, berichtete kurz nach der Taufe: "Das war richtig lustig und der Sprung ins Wasser war cool". Sie bekam den Namen "Seeteufel" und ihr Opa Friedrich Staude stand stolz am Beckenrand und beobachtete das lustige Treiben. Einige der Kinder und Jugendlichen gingen bei nicht gerade sommerlichen Temperaturen freiwillig ins Wasser und andere, wie zum Beispiel Jan, musste sich mit den Regeln des Neptunfestes anfreunden und wurde zum Schluss mit einem kleinen Schups ins kühle Nass auf "Haifisch" getauft.

Bild: Stadtfest 2009
Freitag, 26.08.2011:
- Ab 19.00 Uhr Fackelumzug
- Ab 20.30 Uhr Disco mit Mike
Samstag, 27.08.2011:
- Ab 9.00 Uhr Rundflüge über das Mansfelder Land
- Start am Löchrigen Stein
- Shuttle ab Kirche bis zum Sportplatz
- Ab 10.00 Uhr Freiwillige Feuerwehr Gerbstedt “Tag der offenen Tür“
- Ausstellung Fahrzeuge und Technik
- Vorführung Brandverhalten verschiedener Materialien
- Feuerwehr im Wandel, Schutzkleidung früher und heute
Für Kinder: Spielen bei der Feuerwehr
- 13.00 Uhr Eröffnung des Stadtfestes mit Böllerschiessen am Ehrenmal,
danach Umzug mit den Vereinen, der Schule, Kindergärten, und Bürgern
anschließend Beginn des Nachmittagsprogramms durch den Frauenchor der VS - Ab 15.00 Uhr Lets Dance (buntes musikalisches Programm)
zwischendurch Auftritt des Tanzstudios Eisleben bis gegen 18.00 Uhr - Ab 20.00 Uhr Tanzabend mit Radio Nation bis gegen 1.00 Uhr
- Ca. 22.30 Uhr Höhenfeuerwerk
Kinderschminken, Schausteller (Karussell, etc.)
Gastronomische Versorgung durch den Ratskeller
Am Sonntag, 28.08.2011:
- 11.00 Uhr Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche
-Änderungen vorbehalten-
(Quelle: Stadt Gerbstedt)
ELBEN/MZ. Wenn Klaus Adolphi und seine Kelten-Rockband "The Aberlour's" in den nächsten Tagen auf ihre alljährliche "Otter-Tour" gehen, stehen Orte wie Bansin, Heringsdorf, Born oder Göhren auf dem Tourplan. Denn Adolphi, der seit sechs Jahren auf dem Eulenbergschen Hof in Elben bei Gerbstedt lebt, und seine Band sind immer im Sommer an der Ostsee unterwegs - vor allem auf Usedom, Rügen und dem Darß. In diesem Jahr freilich wird es auf der Tour einen außergewöhnlichen Abstecher nach Schleswig-Holstein geben: zum "Wacken Open Air", dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival.
Adolphi wird dort am 3. August auftreten - und zwar gleich zwei Mal: zuerst mit seiner Renaissance-Folkrock-Band "Horch" und vier Stunden später mit den "Aberlour's". "Wir spielen auf einer Nebenbühne, der Wackinger-Bühne", sagt Adolphi. Das "Wackinger-Village" (abgeleitet von Wikinger) ist ein Mittelalterspektakel mit Ritterlager und schottischen Highland-Games. "Ich habe keine Ahnung, vor wie vielen Leuten wir dort spielen werden", so der 50-jährige Musiker. Aber egal, ob es nun 200 oder 20 000 Zuschauer sind - "für uns wird das auf jeden Fall eine Riesensache". "Wir haben damit die Chance, auch von anderen Veranstaltern wahrgenommen zu werden", so Adolphi, "denn in Wacken zu spielen, das bedeutet schon etwas." Und wie hat er das geschafft? "Das war sozusagen eine Initiativbewerbung beim Veranstalter." Leider, so Adolphi, werde er nur für die Auftritte in Wacken sein können. "Ich wäre gern noch ein, zwei Tage geblieben. Aber der Termin liegt mitten in unserer Otter-Tour." Dieser Name kommt übrigens daher, dass an der Ostsee überall Verkehrsschilder stehen, die vor Otterwechsel warnen. "Wir haben aber noch nie einen gesehen", sagt Adolphi. "Wir sind dort also auf einer Otter-Such-Tour."
Und was war sein bislang größtes Konzert? "Das war Mitte der 90er Jahre auf dem Cropredy-Festival in England", erzählt der Musiker. "Wir haben vor ungefähr 20- bis 25 000 Leuten gespielt. Das war schon sehr beeindruckend." Aber eigentlich komme es darauf gar nicht an: "Unser Ziel ist immer, so gut wie möglich spielen. Und das Schöne an einem kleinen Publikum ist ja, dass man die einzelnen Gesichter noch sehen kann."
FRIEDEBURG/MZ. Dass das Burgfest in Friedeburg in diesem Jahr ganz besonders gefeiert werden sollte, darüber war sich das Festkomitee einig, war es doch die zwanzigste Auflage. Vier Tage dauerte in diesem Jahr das Spektakel - der günstige Termin mit dem Himmelfahrtstag machte es möglich.
An diesem Tag fand die musikalische Eröffnung mit dem Hettstedter Fanfarenzug auf dem Festplatz statt, am Freitag sorgte die Schalmeienkapelle aus Zickeritz, die das Mansfelder Land bereits in Goslar erfolgreich vertreten hatte, für die musikalische Begleitung zum Fackelumzug.
Doch zum Ausschlafen kamen die Friedeburger nicht: Samstag wie Sonntag wurden die Schläfer schon 8 Uhr von der freiwilligen Feuerwehr geweckt, am Samstag gab es ein zweites, unüberhörbares Signal zum Aufstehen: Die Bergmannsschützen von Hettstedt 1860 setzten ihre neu gebaute Kanone mit Böllerschüssen in Aktion, eine Premiere für das Friedeburger Burgfest. Klaus-Dieter Endlich von den Schützen konnte anschließend froh verkünden: "Es hat hervorragend geklappt!"
Hervorragend geklappt hat das Fest von Anfang an, sogar das Wetter spielte mit: Das Karussell kam nicht zum Stehen, so viele Kinder wollten darauf ihre Runden drehen, sich später von Martina Körner zum Tiger, zur Prinzessin oder zum Schmetterling schminken lassen oder mit der geduldigen Tina basteln, mit dem Feuerwehrauto fahren oder auf Fjordpferden reiten.
Inzwischen kämpften vier Mannschaften beim "Ball über die Schnur" um den von der Gemeinde gestifteten Wanderpokal: Den holten sich am Ende die "Reifen Mädels", sechs Mitglieder der Gymnastikgruppe des Sportvereins, trotz schweißtreibender Hitze gegen zum Teil recht junge Mannschaften.
FREIST/MZ. Zugegeben, das Durchschnittsalter des gemischten Chors in Freist liegt mit genau 62,8 Jahren nicht mehr ganz bei blutjungen 20. Dafür gibt es die gemeinschaftliche Stimmgewalt der 27-köpfigen Sängergruppe seit exakt zwei Jahrzehnten. Ganz groß soll dieses runde Jubiläum der Volksmusiker heute in der Gaststätte "Zum Dorfkrug" in Freist gefeiert werden. Gemeinsam mit vielen anderen Chören der Region.
"Wir haben den Kirchenchor Friedeburg / Gerbstedt, den Männergesangsverein und die Jagdhornbläser aus Heiligenthal und den Chor der Volkssolidarität Gerbstedt eingeladen", zählt Urdha Sparing, die organisatorische Leiterin des Chors auf.
Gemeinsam will man aber nicht nur singen, sondern sich auch an den Anfang des Chors erinnern. Der war bei einer Einwohnerversammlung 1991. "Anlässlich der Vorbereitungen auf die 1000-Jahrfeier des Ortes wollte man probieren, ob man nicht einen Chor zusammenbekommt", erinnert sich Chorleiterin Regina Tittel. Die studierte Musiklehrerin war von der Idee begeistert. Und nicht nur sie. Viele ihrer ehemaligen Schüler konnte sie ebenfalls von der Chorgründung überzeugen. "Auch heute sind noch ein Viertel der Chormitglieder ehemalige Schüler von mir." Zwar müssen sie nicht mehr wie früher die Schulbank drücken, zumindest aber auf die Anweisungen ihrer Lehrerin hören. Wenn "Ave Maria"oder "Dass du mein Liebster bist" angestimmt wird.
Mit einem Schluck "Schachtschnaps" aus dem Jahr 1977 taufte Hans-Georg Trosien als Mitglied des Fördervereins Mansfeld Museum dieses neue Denkmal, eingeweiht am Vorabend des Tages des offenen Denkmals.
Entstanden ist die Idee für dieses Denkmal vor gut einem Jahr bei einer Haldenbesteigung dieses Schachtes. Dr. Claus Funke aus Gerbstedt meinte damals, dass die Halde ziemlich leer wirke und dort etwas an den Bergbau und die Kumpel erinnern müsse. Der Förderverein Mansfeld Museum griff zusammen mit dem Schützenverein Gerbstedt 1404 die Idee des Zahnarztes aus Gerbstedt auf und kurzerhand überlegten die Mitglieder, wer dieses Ehrenmal entwerfen und bauen kann.

Filmvorführung zum Stadtfest 2010
Geschrieben von Bernd Neumann



bin ich auf Ihre WEB-Seite gestossen. Besonders hat mich der Beitrag zur Pferdebahn nach Belleben ...