GERBSTEDT/MZ. Am Mittwoch ist in Gerbstedt die lang ersehnte Verstärkung eingetroffen, die gebraucht wird, um die Folgen der Schlammflut vom 11. September bewältigen zu können. Das Jobcenter Mansfeld-Südharz hat auf Antrag der Stadt kurzfristig 20 Arbeitskräfte für zwei Monate bereit gestellt. Sie sollen in den Ortschaften Gerbstedt, Zabenstedt, Friedeburgerhütte, Ihlewitz und Freist beim Aufräumen helfen.
"Mit unseren eigenen Kräften wäre es nicht zu schaffen, den Zustand, wie er vor der Flut war, wieder herzustellen", sagte Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) am Dienstagabend im Stadtrat. Trotzdem werde es wohl Wochen dauern, bis alles wieder so ist, wie es war. Barbara Olze (CDU), die Vorsitzende des Stadtrates, schätzt gar, dass es noch länger dauern könnte. "Es gibt noch so viel Arbeit", sagte Olze, die zugleich Ortsbürgermeisterin von Ihlewitz ist. Sie wäre froh gewesen, "wenn wir nach dem Unwetter Katastrophenalarm gehabt hätten, wenn Hilfe von der Bundeswehr gekommen wäre." Doch das ist nicht passiert, die gesetzlichen Bedingungen dafür seien für Landrat Dirk Schatz (CDU) nicht erfüllt gewesen, wie die Kreisverwaltung am Mittwoch auf Anfrage erklärte.
Bürgermeister Schwarz dankte dem Landrat ausdrücklich, weil dieser am Tag des Unwetters das Technische Hilfswerk nach Friedeburgerhütte gerufen hat und dort einen Krisenstab einrichten ließ. Er unterstrich, dass die Einsatzkräfte "bis an die Grenze des Machbaren" gegangen seien. Kein Verständnis zeigte er jedoch dafür, dass nicht ein einziger Abgeordneter des Wahlkreises nach der Flut in Gerbstedt von sich hören ließ.
Christian Landmann, Geschäftsführer des Jobcenters Mansfeld-Südharz, kann diese Kritik nicht verstehen. Schließlich musste der Antrag der Stadt erst geprüft und bewilligt werden. Und dann musste man Arbeitslose einladen, Gespräche führen. "Dazu brauchten wir ein paar Tage", sagte er am Mittwoch auf Anfrage. Aus seiner Sicht sei doch alles sehr schnell gegangen.
Für die Familie von Monika Ost, deren Hof am tiefsten Punkt in Adendorf liegt, kommt die Hilfe zu spät. 1,50 Meter hoch stand das Wasser auf dem Grundstück und beschädigte die gesamte Technik. "Wir sind noch jeden Tag am Pumpen", berichtet sie am Mittwoch in der Hoffnung, dass so schnell kein neues Unwetter über den kleinen Ort im Schlenzetal hereinbricht.


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