Montag, den 15. August 2011 um 12:30 Uhr

Von Luftschlössern und wie Gerbstedt Grün-Weiß wurde

Geschrieben von  Kathrin Thimm
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Im Rahmen der Spieljahreseröffnung des FSV Grün-Weiß Gerbstedt hatte der Verein am Samstag, den 13. August zum Traditionstreffen eingeladen. Ehemalige Fußballer und Mitglieder, die aktive Vereinsarbeit geleistet haben, waren eingeladen.

 

 


Foto: Ehemalige Fußballer und Mitstreiter des Gerbstedter Fußballs trafen sich am Wochenende auf dem Fußballplatz.


Beim gemütlichen Beisammensein erläuterte Vereinspräsident Hansjoachim Poschke die neuen Vereinsstrukturen. Unter anderen machte er deutlich, dass man auf diesem neuen Weg nicht auf den Rat und die Tat sowie die Erfahrungen der Ehemaligen verzichten wolle. Die große Galerie im Sportlerheim mit Pokalen und Wimpeln, Ehrenplaketten, Bilder und Medaillen zeugt von einer großen Tradition des Gerbstedter Fußballs - die erfolgreiche 69er Mannschaft, die Turniere der Traktormannschaften in Leipzig, der Kreispokalsieg und die erfolgreiche Zeit in der Bezirksklasse.

 

"Wir wollen hier in Gerbstedt keine Luftschlösser bauen und auch keinen Flausen nachgehen",



beschreibt Vizepräsident Hans-Wulf Edner den augenblicklichen Stand. Vom Neuen nicht nur zu erzählen, sondern es auch vorzuzeigen, ist das Ziel.
Die Ehemaligen konnten sich am Samstag davon mit eigenen Augen überzeugen. Die Werbetrommel zu rühren, dass nun alles Aufwärts gehe, genüge manchmal nicht. "Es muss grundlegend Vertrauen geschaffen werden und möglichst viele Menschen dafür begeistert werden." Nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ gut ist die erste Männermannschaft aufgestellt, dahinder ein ordentlicher Nachwuchsbereich. Und nun sollen daneben die Erfahrungen der Ehemaligen noch mit eingebracht werden.

 

 

Der Urgerbstedter Hans-Wulf Edner blickt zurück. "12 Jahre lang habe ich Nachwuchsarbeit geleistet. Alle die ich mit groß gezogen habe, sind weg, in anderen Vereinen. Das darf nicht mehr passieren." Hier müsse man eine attraktive Plattform schaffen und das Aushängeschild ist nun mal die erste Männermannschaft.

 

Ähnlich sieht es Gerd Niebel, der um die Wende Trainer der Männer war. "Es wäre schön, wenn alle Gerbstedter wieder zurück kommen würden, wenn sie sagen würde, ja, ich sehe, hier geht es wieder aufwärts." Für ihn ist es einfach nur toll, dass sich Welche gefunden haben, die sich hier vor den Karren spannen, "dass das endlich aufhört, dass wir 12 oder 15:0 verlieren."
Vielen Gerbstedtern habe das Herz geblutet, mit ansehen zu müssen, wie es mit dem Fußball immer weiter bergab ging. "Und dabei waren wir mal hinter Hettstedt zweitstärkste Kraft im Kreis." Mit einem Schmunzeln erinnert er sich zurück, wie der Verein im Juni 1990 eigentlich Grün-Weiß geworden ist. "Alle Vereine mussten sich damals beim Gericht neu eintragen lassen. Ich bin mit dem Bus nach Hettstedt gefahren und habe die ganze Zeit überlegt, wie der Verein heißen könnte. Weil ich Gladbachfan bin, ist Gerbstedt dann Grün-Weiß geworden." Erster Vorsitzender zu der Zeit war Frank Werner.

 

Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Ehemaligen nun noch das Pokalspiel zwischen Gerbstedt und dem zwei Klassen höher spielenden Welbslebern ansehen. Die Gastgeber verloren nur knapp mit 2:3 und von den Zuschauern wurde ihnen eine achtbare Leistung bescheinigt. "Da kann man jetzt mal wieder öfter zuschauen kommen", hieß es von den Zuschauerbänken.
Das ist natürlich auch die Hoffnung der Gerbstedter Fußballer, dass sie von ihren Anhängern unterstützt werden!

Zuletzt geändert am: Montag, den 15. August 2011 um 12:41 Uhr
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