ELBEN/MZ. Silke Vogt atmet zumindest etwas auf. Sie kann ihren Wohnort Elben (ein Ortsteil von Gerbstedt) wieder mit ihrem Auto verlassen. Vorerst. Über eine Metallplatte, die auf der aufgeschachteten Straße aufliegt. Vergangene Woche waren noch alle Dorfbewohner eingesperrt, sagt sie. "Nachdem wir vom Bauleiter wissen wollten, wann die Kanalarbeiten im Auftrag des Abwasserzweckverbandes beendet werden, ist die Situation eskaliert. Die Baufirma hat beide Zufahrten im Dorf mit ihren Fahrzeugen blockiert", sagt Vogt. Kein Auto kam rein und keins raus. Nicht einmal die Post, das Bäckerauto oder der Fleischer. Doch die Angst, wieder im Dorf gefangen zu sein, sitzt bei Silke Vogt tief.
Dabei ist die Barrikade nur die Spitze des Eisbergs. Seit knapp einem Jahr warten die Einwohner von Elben nun schon auf ihren Anschluss an das Abwassernetz. Immer wieder werden sie vertröstet. Anfangs hieß es, die Arbeiten sind Ende April fertig, dann wurde die Vollsperrung auf den 30. Juli verlängert. Mittlerweile ist auch dieser Stichtag verstrichen. Doch fertig ist die Durchfahrt längst nicht.
Die Asphaltdecke der Bösenburger Straße, die von einem Ortsende zum anderen führt, ist auf ganzer Länge rund einen Meter breit aufgeschachtet. Am Straßenrand türmen sich Berge aus Sand, Erde und Gestein. Doch nicht allein die Baustelle und die zerfahrenen Fußwege machen den Elbenern zu schaffen. Etwa die Hälfte der Haushalte ist seit Mittwoch ohne Telefonanschluss. "Ein Lkw ist am Telefonkabel hängen geblieben und hat es abgerissen", erzählt Melitta Hörnig. Ein Nachbar, der davon nicht betroffen war, hat in ihrem Namen die Störungsstelle benachrichtigt. Niemand ist bis jetzt zum Reparieren gekommen. "Ich bin mit den Nerven am Ende. Ich habe Angst, wenn ich einen Arzt rufen muss", sagt Hörnig. Denn selbst ein Hilferuf per Handy ist schwierig. In dem Tal ist der Empfang sehr schlecht.
"Es ist ein ganz schlechtes Management, auch vom AZV. Die Bürger von Elben regen sich zurecht auf, denn hier lief einiges schief", bringt es Ortsbürgermeister Horst Straße auf den Punkt. Was den Bauplan um mehrere Monate verzögert hat, war am Montag vom zuständigen Abwasserzweckverband Mansfeld-Schlenze nicht zu erfahren. Die Sprecherin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. "Wir haben mehr Grundwasser vorgefunden, als gedacht. Außerdem sind wir auf Felsen gestoßen", nennt dafür Sven Kramer, Geschäftsführer der zuständigen Bauunternehmung Heitkamp GmbH, die Gründe. Dass es eine Wegsperrung gegeben hat, streitet er hingegen ab: "Die Bürger konnten jederzeit fahren. Es ging immer von einer Seite." Auch das von einem Bagger zerrissene Telefonkabel sei sofort repariert worden. Dass es noch einen weiteren Riss gibt, "entzieht sich meiner Kenntnis." In einem aber kann er Silke Vogt und ihre Nachbarn beruhigen: "Nächste Woche können wir die Straße einseitig wieder freigeben."


bin ich auf Ihre WEB-Seite gestossen. Besonders hat mich der Beitrag zur Pferdebahn nach Belleben ...