ELBEN/MZ. Wenn Klaus Adolphi und seine Kelten-Rockband "The Aberlour's" in den nächsten Tagen auf ihre alljährliche "Otter-Tour" gehen, stehen Orte wie Bansin, Heringsdorf, Born oder Göhren auf dem Tourplan. Denn Adolphi, der seit sechs Jahren auf dem Eulenbergschen Hof in Elben bei Gerbstedt lebt, und seine Band sind immer im Sommer an der Ostsee unterwegs - vor allem auf Usedom, Rügen und dem Darß. In diesem Jahr freilich wird es auf der Tour einen außergewöhnlichen Abstecher nach Schleswig-Holstein geben: zum "Wacken Open Air", dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival.
Adolphi wird dort am 3. August auftreten - und zwar gleich zwei Mal: zuerst mit seiner Renaissance-Folkrock-Band "Horch" und vier Stunden später mit den "Aberlour's". "Wir spielen auf einer Nebenbühne, der Wackinger-Bühne", sagt Adolphi. Das "Wackinger-Village" (abgeleitet von Wikinger) ist ein Mittelalterspektakel mit Ritterlager und schottischen Highland-Games. "Ich habe keine Ahnung, vor wie vielen Leuten wir dort spielen werden", so der 50-jährige Musiker. Aber egal, ob es nun 200 oder 20 000 Zuschauer sind - "für uns wird das auf jeden Fall eine Riesensache". "Wir haben damit die Chance, auch von anderen Veranstaltern wahrgenommen zu werden", so Adolphi, "denn in Wacken zu spielen, das bedeutet schon etwas." Und wie hat er das geschafft? "Das war sozusagen eine Initiativbewerbung beim Veranstalter." Leider, so Adolphi, werde er nur für die Auftritte in Wacken sein können. "Ich wäre gern noch ein, zwei Tage geblieben. Aber der Termin liegt mitten in unserer Otter-Tour." Dieser Name kommt übrigens daher, dass an der Ostsee überall Verkehrsschilder stehen, die vor Otterwechsel warnen. "Wir haben aber noch nie einen gesehen", sagt Adolphi. "Wir sind dort also auf einer Otter-Such-Tour."
Und was war sein bislang größtes Konzert? "Das war Mitte der 90er Jahre auf dem Cropredy-Festival in England", erzählt der Musiker. "Wir haben vor ungefähr 20- bis 25 000 Leuten gespielt. Das war schon sehr beeindruckend." Aber eigentlich komme es darauf gar nicht an: "Unser Ziel ist immer, so gut wie möglich spielen. Und das Schöne an einem kleinen Publikum ist ja, dass man die einzelnen Gesichter noch sehen kann."
Für das Anwesen in Elben, das er gemeinsam mit seiner Familie und dem Mit-Inhaber sowie ein paar Hühnern und Gänsen bewohnt, kann sich Adolphi außer der bereits existierenden Konzert-Scheune noch einiges vorstellen. "Wir haben hier ja sechs große Gebäude." Möglich wären zum Beispiel Ateliers oder auch Pensionsquartiere. "Fahrradfahrer könnten von der Saale einen schönen Abstecher unternehmen." Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. "Wir haben schon viel gemacht in den vergangenen Jahren. Aber irgendwie ist das ein Fass ohne Boden, eine Lebensaufgabe." Trotz der großen, auch finanziellen Dauerbelastung habe er aber noch nie bereut, auf den Hof gezogen zu sein. "Hier kann ich leben, wie ich will, und meine Ideen verwirklichen."
Das nächste Hofkonzert gibt es am 3. September mit "Ulman" aus Leipzig.


bin ich auf Ihre WEB-Seite gestossen. Besonders hat mich der Beitrag zur Pferdebahn nach Belleben ...