Montag, den 17. Januar 2011 um 17:48 Uhr

Feuerwehr gibt ihr Gerätehaus auf

Geschrieben von  MZ
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FRIEDEBURG/MÖLLENDORF/MZ. Aufatmen an der Wipper, Bangen an der Saale: Während die Pegel in Wippra und Mansfeld am Wochenende gefallen sind, bleibt die Hochwasser-Situation in Friedeburg angespannt. Laut einer Mitteilung der Hochwasservorhersagezentrale des Landes ist mit einem weiteren Anstieg des Saale-Pegels zu rechnen. "Noch zehn Zentimeter, dann wird's kritisch", sagte Gerhard Grasemann, Wehrleiter der Feuerwehr Friedeburg am Sonntag zur MZ.

 

Die Feuerwehrleute sindweiter rund um die Uhr in Bereitschaft - mittlerweile seit vergangenem Montag. "Wir gehen jede Stunde auf Kontrollgang", so Grasemann. "Ansonsten können wir nicht viel tun. Wir müssen einfach abwarten." Sandsäcke zu verlegen, hätte in dem weitläufigen Unterdorf wenig Sinn. Am Abend mussten die Feuerwehrleute dann sogar ihr überschwemmtes Gerätehaus aufgeben. "Wir ziehen ins Sportlerheim um", so Grasemann.

 

 

 

Vor allem die Trafo-Station stand im Blickpunkt. Die Feuerwehrleute verlegten an dem Häuschen Sandsäcke und installierten innen eine Pumpe. Falls das Hochwasser eine bestimmten Wert erreicht, müsste die Trafo-Station abgeschaltet werden. 40 Haushalte im Unterdorf, die Firma Franke Naturstein sowie die Abwasser-Pumpstation wären dann ohne Stromversorgung. "Wir hoffen, dass es nicht dazu kommt", so Ortsbürgermeisterin Ute Schneider. Als Notunterkunft stehe das Obsthaus zur Verfügung. Vor allem das in die Keller drückende Grundwasser macht den Bewohnern der beiden Häuser an der Halleschen Straße sowie in der Neuen Siedlung zu schaffen. "Da pumpen alle", so Schneider. Auch im Keller des Kindergartens wird weiter gepumpt. Dort sprudelt das Wasser durch Risse in der Bodenplatte. Eine Familie, die ihr Haus bereits in der vergangenen Woche nur noch per Boot erreichen konnte, ist mittlerweile zu Verwandten nach Straußhof gezogen.

Entspannt hat sich die Lage dagegen an der Wipper. Die Pegel in Wippra und Mansfeld-Leimbach erreichten am Sonnabendmorgen ihren Höchststand und sind seitdem wieder gefallen. In der Einheitsgemeinde Stadt Mansfeld hatten sieben Feuerwehren am Freitag 5 000 Sandsäcke gefüllt und an besonders gefährdeten Stellen verlegt, so zum Beispiel in Biesenrode, Vatterode, Leimbach und Großörner. Einen Großeinsatz gab es am Abend dann noch am Möllendorfer Teich. Wie der Mansfelder Stadtwehrleiter Ralf Müller berichtete, war der Damm durchgeweicht und drohte zu brechen. Um ihn zu stabilisieren, füllten und verlegten die Feuerwehrleute 5 000 Sandsäcke an dem Damm. Im Einsatz waren 100 Leute von den Feuerwehren Mansfeld, Eisleben, Klostermansfeld, Möllendorf, Röblingen, Siebigerode, Annarode, Quenstedt sowie von der Kreisfeuerwehrbereitschaft. Die Piskaborner kümmerten sich um die Verpflegung. "Ich möchte allen Einsatzkräften von den Ortsfeuerwehren und dem Landkreis herzlich danken", so der Stadtwehrleiter. Ärgerlich sei allerdings, dass das Problem mit dem Möllendorfer Teich seit dem Hochwasser 1994 bekannt sei. "Der Damm ist nicht gepflegt." Auch der Mansfelder Bauamtsleiter Peter Knispel kritisierte gegenüber der MZ die fehlenden Unterhaltungsmaßnahmen. "Die Dammkrone müsste saniert werden." Obwohl der Besitzer mehrfach durch die Untere Wasserbehörde dazu aufgefordert worden sei, sei "seit 1994 nichts passiert". So könne es nicht weitergehen, so Knispel. "Wir werden in dieser Woche tätig werden."

Zuletzt geändert am: Montag, den 17. Januar 2011 um 17:55 Uhr
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2 Kommentare

  • Kommentar Link Bernd Neumann Donnerstag, den 20. Januar 2011 um 08:44 Uhr Gepostet von Bernd Neumann

    Auf der Homepage von Friedeburg unter Bilder->Fotogalerie gibt es eine Menge Bilder zum Hochwasser!

  • Kommentar Link Olgilvie Maurice Dienstag, den 18. Januar 2011 um 13:55 Uhr Gepostet von Olgilvie Maurice

    Oh man, scheint schon recht heftig zu sein. Da sind doch Standorte fern von Gewässern manchmal von Vorteil.
    Werden wieder unendliche Kosten entstehen...

    Sonic

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