Freitag, den 14. Januar 2011 um 09:49 Uhr

Erstes Aufatmen nach der Flut

Geschrieben von  MZ
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FRIEDEBURG/MZ. Aufatmen im Friedeburger Unterdorf nach einer für viele aufregenden Hochwassernacht. Am Donnerstag konnte Ortsbürgermeisterin Ute Schneider (parteilos) erleichtert mitteilen, dass sich die Lage entspannt hat. Das Wasser ist so weit zurückgegangen, dass sich die Behörden am späten Nachmittag dazu entschlossen, die tags zuvor gesperrte Straße nach Halle zumindest halbseitig wieder für den Verkehr freizugeben.


Die Trafostation und das Ärztehaus sind in Friedeburg noch vom Wasser eingeschlossen.
Aber langsam fällt der Pegel. (FOTO: KLAUS WINTERFELD)


Gute Nachricht auch aus dem Kindergarten: Ein möglicher Umzug der Einrichtung, der noch am Mittwoch im Gespräch war, ist bis auf Weiteres vom Tisch. Die Pumpen im Keller des Hauses arbeiten aber weiter mit Hochdruck, weil das Grundwasser durch die Bodenplatte drückt. Doch nach Lage der Dinge werden die rund 30 Jungen und Mädchen, die das viele Wasser ringsum als außerordentlich spannend und aufregend ansehen, nicht in ein provisorisches Quartier umziehen müssen.

 

An eine Wiedereröffnung der Arztpraxen in Nachbarschaft der Schlenze ist aber noch nicht zu denken. Zahnärztin Kerstin Richter hofft darauf, in der nächsten Woche wieder ihre Patienten versorgen zu können, was aber nur möglich sein wird, wenn das Wasser weiter zurückgeht. Im Moment ist die Praxis noch vom Wasser eingeschlossen. Zwei Zentimeter waren die Räume am Mittwoch überflutet, so dass Teile des Fußbodens komplett erneuert werden müssen.

Nebenan, wo ein Allgemeinmediziner aus Gerbstedt jeden Dienstag seine Sprechstunde hält, dürfte es ähnlich aussehen. "Aber die Technik haben wir trocken gehalten", sagte Kerstin Richter nach einem ersten Kontrollgang erleichtert. Sie und ihre beiden Schwestern und die Reinigungskraft hatten sich ja so gut es ging auf die Überschwemmung vorbereitet.

Als am Montag die Nachricht kam, dass mit Hochwasser gerechnet werden muss, haben die Frauen angefangen Sandsäcke zu füllen und mit Folie alles, was möglich war, abgeklebt und abgedichtet. Es war ja nicht das erste Mal, dass das nasse Element das Haus bedrohte. "Das war mein drittes Hochwasser", sagte die Zahnärztin und fügte im selben Atemzug sarkastisch hinzu, auch schon "fünf Einbrüche und eine Bombe" erlebt zu haben.

Vor der Praxis steht eine Trafostation, ebenfalls vom Wasser eingeschlossen und mit Sandsäcken gesichert. Eine Stromabschaltung schien unausweichlich, doch im letzten Augenblick kam das Wasser endlich zum Stillstand, worüber man auch bei der Abwasserentsorgung sichtlich erleichtert war. Denn bei einem Stromausfall wäre auch die nächste Abwasserpumpstation betroffen gewesen. Es war alles ziemlich knapp. Es hätte alles noch viel, viel schlimmer kommen können.

 

Zuletzt geändert am: Freitag, den 14. Januar 2011 um 09:59 Uhr
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