Höchste Alarmstufe für die Eheleute Christine und Thomas Kaiser, deren Haus inzwischen nur noch mit dem Boot erreicht werden kann. Beide haben Angst, dass das Wasser noch weiter steigt, sie können nachts nicht mehr schlafen. Die Kaisers bereiten sich auf das Schlimmste vor, zumal ihr Keller bereits überflutet ist. 1,30 Meter hoch steht hier das Wasser, die Heizung ist abgesoffen. "Dass es einmal so hart kommt, hatten wir nicht gedacht", bemüht sich Christine Kaiser um Fassung und sagt: "Wir haben das Angebot von Verwandten umzuziehen." Aber wie sich entscheiden?
Im Ort, der zur Einheitsgemeinde Gerbstedt gehört, standen Mittwoch noch andere Entscheidungen an. Die Straße nach Halle wurde am Abend wegen Überflutung gesperrt, und es hieß, dass möglicherweise der Kindergarten umquartiert werden muss. Ortsbürgermeisterin Ute Schneider bereitete sich auf den Fall aller Fälle vor. Kindergartenleiterin Ingrid Eulenberg versuchte, Ruhe zu bewahren. Bloß nicht verrückt machen lassen. Doch sie weiß, wie es im Keller unter dem Gebäude aussieht, dass hier das Grundwasser mit Macht durch die Bodenplatte drückt. Feuerwehrmann Dirk Hildebrandt konnte mit der kleinen Pumpe schon nichts mehr ausrichten. Er musste aller fünf Minuten auch noch die große Pumpe anwerfen. Und keiner wusste am Abend, wie sich die Dinge weiter entwickeln.
Als Ausweichquartier für den Kindergarten stände das Obsthaus bereit, so die Bürgermeisterin, deren Geburtstag heute in den Fluten untergeht. Über Nacht hatte sich auch das Ärztehaus im Unterdorf unweit des Baches in eine Insel verwandelt, so dass hier keine Sprechstunde stattfinden konnte. Nebenan das Feuerwehrgerätehaus steht ebenso unter Wasser. Wehrleiter Gerhard Grasemann und seine Männer, die seit Montagnacht rund um die Uhr abwechselnd im Einsatz sind, hatten ihre Technik zuvor in Sicherheit gebracht.
Ute Schneider schaute Mittwoch mit einem Abgesandten der Energieversorgung sorgenvoll auf die Trafostation im Unterdorf, die schon im Wasser steht. "Wieviel Luft haben noch?", fragte sie. "Etwa fünf Zentimeter." Dann müsse der Strom für etwa 40 Haushalte abgeschaltet werden. Dann würde auch Heike Lust keinen Strom mehr haben, die wie gebannt auf das Wasser blickte. Und im Wetterbericht haben sie Regen angesagt.

Bürgermeister Siegfried Schwarz und Ortsbürgermeisterin Ute Schneider beraten
die nächsten Schritte (Fotos: Privat)


bin ich auf Ihre WEB-Seite gestossen. Besonders hat mich der Beitrag zur Pferdebahn nach Belleben ...
FRIEDEBURG/MZ. In Friedeburg überschlugen sich Mittwoch die Ereignisse. Es begann in aller Frühe, als Ortsbürgermeisterin Ute Schneider (parteilos) von der Feuerwehr die Nachricht erhielt, dass sich die Lage weiter zuspitzt.