Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 14:34 Uhr

Die Angst raubt den Schlaf Top Artikel

Geschrieben von  MZ
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Friedeburg Saale 2011FRIEDEBURG/MZ. In Friedeburg überschlugen sich Mittwoch die Ereignisse. Es begann in aller Frühe, als Ortsbürgermeisterin Ute Schneider (parteilos) von der Feuerwehr die Nachricht erhielt, dass sich die Lage weiter zuspitzt.

Das Wasser stieg und stieg, der Pegel der Saale erreichte im Laufe das Tages 6,80 Meter - zu einem Zeitpunkt, als der Scheitelpunkt des Hochwassers, das aus Richtung Halle kam, in Friedeburg noch bevorstand. Das Wasser drückt nicht allein aus Richtung Saale, es ist auch die Schlenze, die Sorgen bereitet, weil sie nicht abfließen kann und sich an der Mündung zur Saale staut.

Zu allem Überdruss fing es Mittwoch Abend wieder an zu regnen.

 

Höchste Alarmstufe für die Eheleute Christine und Thomas Kaiser, deren Haus inzwischen nur noch mit dem Boot erreicht werden kann. Beide haben Angst, dass das Wasser noch weiter steigt, sie können nachts nicht mehr schlafen. Die Kaisers bereiten sich auf das Schlimmste vor, zumal ihr Keller bereits überflutet ist. 1,30 Meter hoch steht hier das Wasser, die Heizung ist abgesoffen. "Dass es einmal so hart kommt, hatten wir nicht gedacht", bemüht sich Christine Kaiser um Fassung und sagt: "Wir haben das Angebot von Verwandten umzuziehen." Aber wie sich entscheiden?

Im Ort, der zur Einheitsgemeinde Gerbstedt gehört, standen Mittwoch noch andere Entscheidungen an. Die Straße nach Halle wurde am Abend wegen Überflutung gesperrt, und es hieß, dass möglicherweise der Kindergarten umquartiert werden muss. Ortsbürgermeisterin Ute Schneider bereitete sich auf den Fall aller Fälle vor. Kindergartenleiterin Ingrid Eulenberg versuchte, Ruhe zu bewahren. Bloß nicht verrückt machen lassen. Doch sie weiß, wie es im Keller unter dem Gebäude aussieht, dass hier das Grundwasser mit Macht durch die Bodenplatte drückt. Feuerwehrmann Dirk Hildebrandt konnte mit der kleinen Pumpe schon nichts mehr ausrichten. Er musste aller fünf Minuten auch noch die große Pumpe anwerfen. Und keiner wusste am Abend, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

Als Ausweichquartier für den Kindergarten stände das Obsthaus bereit, so die Bürgermeisterin, deren Geburtstag heute in den Fluten untergeht. Über Nacht hatte sich auch das Ärztehaus im Unterdorf unweit des Baches in eine Insel verwandelt, so dass hier keine Sprechstunde stattfinden konnte. Nebenan das Feuerwehrgerätehaus steht ebenso unter Wasser. Wehrleiter Gerhard Grasemann und seine Männer, die seit Montagnacht rund um die Uhr abwechselnd im Einsatz sind, hatten ihre Technik zuvor in Sicherheit gebracht.

Ute Schneider schaute Mittwoch mit einem Abgesandten der Energieversorgung sorgenvoll auf die Trafostation im Unterdorf, die schon im Wasser steht. "Wieviel Luft haben noch?", fragte sie. "Etwa fünf Zentimeter." Dann müsse der Strom für etwa 40 Haushalte abgeschaltet werden. Dann würde auch Heike Lust keinen Strom mehr haben, die wie gebannt auf das Wasser blickte. Und im Wetterbericht haben sie Regen angesagt.

Feuerwehr Friedeburg
Bürgermeister Siegfried Schwarz und Ortsbürgermeisterin Ute Schneider beraten
die nächsten Schritte (Fotos: Privat)

 

Zuletzt geändert am: Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 14:50 Uhr
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2 Kommentare

  • Kommentar Link Olgilvie Maurice Freitag, den 14. Januar 2011 um 09:49 Uhr Gepostet von Olgilvie Maurice

    So, habe gerade gelesen, dass es wohl nach kurzer Beruhigung noch schlimmer kommen soll. Da haben die Leute waohl echt ein Problem.
    Hoffentlich kommt es nicht so schlimm, wie bisher prophezeit.

  • Kommentar Link Bernd Neumann Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 19:50 Uhr Gepostet von Bernd Neumann

    Soweit ich gehört habe, soll wohl der Strom im Unterdorf abgeschalten sein.

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