Samstag, den 08. Januar 2011 um 19:44 Uhr

Wasser in Kellern steigt wieder an

Geschrieben von  MZ
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GERBSTEDT/MZ. Das Tauwetter treibt den Bewohnern der Friedrichstraße in Gerbstedt den Angstschweiß auf die Stirn. Viele von ihnen sind arg gebeutelt, haben seit Jahren Wasser im Keller. So auch Olaf Lüdicke. Jetzt wachsen die Befürchtungen, dass sich wegen der Schneeschmelze das Wasserproblem weiter zuspitzt, zumal auch Regen angekündigt wurde. "Es ist schon wieder gestiegen", berichtet Lüdicke. Dabei habe das Tauwetter erst begonnen. Es sei nicht abzusehen, wie sich die Lage in der kommenden Woche entwickelt. Derweil ist immer noch unklar, was die Ursache der überfluteten Keller ist. Auch in Friedeburgerhütte bangt man den kommenden Tagen entgegen.

Monika Ost, die in einem der ältesten Häuser im Ort wohnt, hatte beim Tauwetter im Dezember ja große Not. Da kam das Wasser durch die Kellerwände. Doch am Freitag war zum Glück alles noch im grünen Bereich. "Aber es kann auf einen Ruck kommen", sagte Frau Ost sorgenvoll.

Unterdessen hatte der Eisregen zum Dreikönigstag für zum Teil spiegelglatte Straßen gesorgt. Auf der A 38 bei Osterhausen war ein Sattelzug auf eisglatter Fahrbahn ins Rutschen geraten. Das Fahrerhaus stand dadurch entgegengesetzt der Fahrtrichtung in der rechten Spur, der Auflieger befand sich quer auf dem Standstreifen. Der Fahrer eines folgenden Sattelzuges erkannte die Situation offensichtlich zu spät und krachte gegen das Fahrerhaus des Unfall-Lasters. Der neben seinem Sattelzug stehende Fahrer wurde von dem abgetrennten Fahrerhaus getroffen und unter den hinteren Teil des Lkw geschleudert. Der 47-Jährige wurde dabei schwer verletzt. Der Sachschaden wird von der Polizei mit etwa 170 000 Euro angegeben.

Auch auf vielen Fußwegen war es Donnerstag und Freitag extrem glatt. Vorsichtig tasteten sich zahlreiche Fußgänger vorwärts. Nicht allen gelang das unfallfrei. In der Notaufnahme des Hettstedter Klinikums beispielsweise hatten die Ärzte alle Hände voll zu tun. Dort habe man deutlich mehr Patienten als üblich behandeln müssen, die gestürzt waren, heißt es aus der Klinik. Dabei habe man noch Glück gehabt, dass Donnerstag in Sachsen-Anhalt Feiertag war und weniger Leute unterwegs waren, so der Geschäftsführer der Eisleber Helios-Klinik Mario Schulter. Sonst hätte die Bilanz noch schlimmer ausgesehen. Erwischt hat es unter anderem auch MZ-Sportmitarbeiter Detlef Liedmann. Der rutschte Freitagfrüh in Wimmelburg auf dem Weg zum Bus aus. Die Folge: ein Bruch des Handgelenkes.

Die Lage bleibt angespannt. Der Deutsche Wetterdienst hatte zwar am Freitag eine Unwetterwarnung wegen des Tauwetters für den Landkreis wieder aufgehoben, dennoch befinden sich die Feuerwehren im Landkreis in Bereitschaft, sagte Babett Mitschka, die Sprecherin des Landkreises, auf Anfrage. Die Feuerwehrleute würden ihre Einsatzgebiete bei möglichem Hochwasser genau kennen und seien an markanten Bereichen auf eventuelle Einsätze vorbereitet.

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