Donnerstag, den 25. November 2010 um 12:53 Uhr

Abwasserkanal ist Hauptverdächtiger

Geschrieben von  MZ
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Gerbstedt/MZ. Der Stadtrat der Einheitsgemeinde Gerbstedt, Stadtverwaltung und Bürgerinitiative "Stoppt die Kellerüberflutung" wollen in Zukunft eng zusammenarbeiten. Das ist das Ergebnis einer Einwohnerversammlung, zu der die Bürgeriniatiative angesichts des dramatisch ansteigenden Wassers in den Saal des

Schützenhauses eingeladen hatte. "Benennt drei Leute", forderte Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) die Veranstalter auf. Diese drei würden fortan künftig zu allen Beratungen eingeladen, bei denen es um dieses Thema geht. Damit sei gewährleistet, dass der Informationsfluss zu den betroffenen Bürgern in Gang kommt, der bislang gefehlt habe, wie Schwarz einräumte, der sich und die Verwaltung an diesem Abend mitunter angegriffen fühlte.

In den vergangenen zwei Jahren sei viel Vertrauen verloren gegangen, hatte Olaf Lüdicke, Sprecher der Bürgerinitiative, einleitend gesagt. Vertrauen in die Verwaltung, in die Stadt. Bürgermeister Schwarz sah sich veranlasst, auf Zuständigkeiten hinzuweisen. Für die Instandhaltung des oft genannten Lohbaches sei nicht die Stadt zuständig, sondern der Unterhaltungsverband "und niemand anders". Wobei der Bach nach Ansicht von Schwarz sicher nicht die Hauptursache für die entstandene Situation sei. "Hauptursache ist der Abwasserkanal", so Schwarz. Chris Elster, Mitbegründer der Bürgerinitiative, hält den Kanal ebenfalls für den "Hauptverdächtigen", also den Abwasserzweckverband, der dafür verantwortlich ist. Elster sagte, dass bislang zehn Hausanschlüsse ausgemacht wurden, die nicht fachgerecht verlegt worden sind. Überdies habe eine Videobefahrung ergeben, dass im Regenkanal ständig Wasser läuft, auch dann, wenn es nicht regnet. Wo das Wasser herkommt, wisse keiner, doch wo es hinfließt: in die Keller.

Alle bislang ergriffenen Maßnahmen haben nicht den erhofften Nutzen gebracht. Einige wurden sogar in Frage gestellt. "Wir haben zig Mal gesagt, der Schlammfang ist an der falschen Stelle", sagte Hans-Jürgen Henze und fand damit Zustimmung beim Bürgermeister, der von einer "Fehlkonstruktion" sprach. Doch das Augenmerk sollte auf den Abwasserkanal gerichtet werden, unterstrich auch Barbara Olze (CDU), die Vorsitzende des Stadtrates. Es werde Zeit und viele Messungen kosten, den Kanal als Verursacher der Überflutungen nachzuweisen.

Zuletzt geändert am: Donnerstag, den 25. November 2010 um 20:03 Uhr
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