Nicht nur im Haus der Familie Lüdicke. Derzeit sind in Gerbstedt mindestens 50 Häuser betroffen. Tendenz steigend, fürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative, die für Montagabend zu einer Einwohnerversammlung in das Schützenhaus eingeladen haben, um darüber zu beraten, was getan werden kann, um die Überflutungen zu stoppen. Derzeit steigt das Wasser in einem beängstigenden Tempo. Olaf Lüdicke hat innerhalb eines Tages einen Anstieg um vier Zentimeter gemessen. Nicht auszudenken, wenn es in diesem Tempo weitergehen sollte. Er könne nur hoffen, dass es drei Monate nicht regnet, glaubt es aber nicht. "Ich möchte nicht erleben, dass der Bürgermeister oder Stadträte eines Tages vor zusammengerutschten Häusern stehen", sagte er und appellierte an die Stadträte, der Bürgerinitiative zu helfen.
Alle Fraktionen sicherten Hilfe zu. "Wir stehen hinter Ihnen und wollen alles in unserer Macht stehende tun", versicherte Barbara Olze (CDU), die Vorsitzende des Stadtrates, unter allgemeiner Zustimmung. Die Zeit drängt. Was Anfang des Jahres 2008 mit ein paar nassen Stellen in einigen Kellern begann, hat in Gerbstedt katastrophale Ausmaße angenommen. Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) versicherte: "Die Kommune wird das tun, was sie zu tun hat. Wir haben erst einmal die Ursachen festzustellen."
Als Ursache wurde anfangs der Lohbach ausgemacht. Doch es mehren sich Hinweise, dass das Geschehen weiträumigere Ursachen haben könnte, deren Ermittlung viel Zeit in Anspruch nehmen dürfte. In diesem Herbst wurden in Gerbstedt mehrere Messpunkte eingerichtet, um die Veränderungen des Wasserstandes unter der Erdoberfläche zu analysieren. Kurzfristige Ergebnisse sind aber nicht zu erwarten. Barbara Olze sagte, dass sie Tiefbauingenieurin von Beruf ist und weiß, wie lange die Untersuchungen dauern können. "Ich muss Wasserstände messen, Pegelmessungen in einem gewissen Zeitraum."
Heute Abend, 18 Uhr, Einwohnerversammlung im Schützenhaus Gerbstedt zum Thema Kellerüberflutungen.


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