Montag, den 22. November 2010 um 09:11 Uhr

Wasser steigt in Kellern mit betändigem Tempo

Geschrieben von  MZ
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Gerbstedt/MZ. Die Kellerüberflutungen in Gerbstedt werden von Tag zu Tag schlimmer. Olaf Lüdicke, Sprecher der Bürgerinitiative "Stoppt die Kellerüberflutung", die sich jetzt in der Stadt formiert hat, sagte, dass das Wasser an dem Messpunkt in seinem Haus bereits anderthalb Meter (!) höher stehe als vor einem Jahr. Ende Oktober 2009 befand sich der Pegel im Kontrollschacht noch 70 Zentimeter unterhalb des Kellers, am Sonntag steht das Wasser 88 Zentimeter über dem Kellerfußboden. "Sollte es weiter so steigen, wie es im vorigen Jahr gestiegen ist, dann läuft es bei mir zum Kellerfenster raus", wies Lüdicke im Stadtrat der Einheitsgemeinde Gerbstedt auf den Ernst der Lage hin und unterstrich: "Ich brauche es nicht zu dramatisieren. Es ist dramatisch!"
 
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Wie Hans-Jürgen Henze sind viele in einer verzweifelten Lage und versuchen mit Pumpen im Keller das Schlimmste zu verhindern. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK
 

Nicht nur im Haus der Familie Lüdicke. Derzeit sind in Gerbstedt mindestens 50 Häuser betroffen. Tendenz steigend, fürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative, die für Montagabend zu einer Einwohnerversammlung in das Schützenhaus eingeladen haben, um darüber zu beraten, was getan werden kann, um die Überflutungen zu stoppen. Derzeit steigt das Wasser in einem beängstigenden Tempo. Olaf Lüdicke hat innerhalb eines Tages einen Anstieg um vier Zentimeter gemessen. Nicht auszudenken, wenn es in diesem Tempo weitergehen sollte. Er könne nur hoffen, dass es drei Monate nicht regnet, glaubt es aber nicht. "Ich möchte nicht erleben, dass der Bürgermeister oder Stadträte eines Tages vor zusammengerutschten Häusern stehen", sagte er und appellierte an die Stadträte, der Bürgerinitiative zu helfen.

Alle Fraktionen sicherten Hilfe zu. "Wir stehen hinter Ihnen und wollen alles in unserer Macht stehende tun", versicherte Barbara Olze (CDU), die Vorsitzende des Stadtrates, unter allgemeiner Zustimmung. Die Zeit drängt. Was Anfang des Jahres 2008 mit ein paar nassen Stellen in einigen Kellern begann, hat in Gerbstedt katastrophale Ausmaße angenommen. Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) versicherte: "Die Kommune wird das tun, was sie zu tun hat. Wir haben erst einmal die Ursachen festzustellen."

Als Ursache wurde anfangs der Lohbach ausgemacht. Doch es mehren sich Hinweise, dass das Geschehen weiträumigere Ursachen haben könnte, deren Ermittlung viel Zeit in Anspruch nehmen dürfte. In diesem Herbst wurden in Gerbstedt mehrere Messpunkte eingerichtet, um die Veränderungen des Wasserstandes unter der Erdoberfläche zu analysieren. Kurzfristige Ergebnisse sind aber nicht zu erwarten. Barbara Olze sagte, dass sie Tiefbauingenieurin von Beruf ist und weiß, wie lange die Untersuchungen dauern können. "Ich muss Wasserstände messen, Pegelmessungen in einem gewissen Zeitraum."

Heute Abend, 18 Uhr, Einwohnerversammlung im Schützenhaus Gerbstedt zum Thema Kellerüberflutungen.

Zuletzt geändert am: Montag, den 22. November 2010 um 23:32 Uhr
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