Montag, den 22. November 2010 um 09:08 Uhr

Kampfansage an Schwarzkittel

Geschrieben von  MZ
Diesen Artikel bewerten
(0 Bewertungen)
GERBSTEDT/MZ. Wildschweinalarm in Gerbstedt. Die Schwarzkittel tummeln sich nach Einbruch der Dunkelheit im Gebiet zwischen Gerbstedt und Zabenstedt und "dringen mittlerweile bis ins Stadtgebiet vor", wie Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) im Stadtrat der Einheitsgemeinde sagte. Er fügte hinzu, dass es "langsam lebensgefährlich" werde. Es seien Menschen betroffen, insbesondere im Gerbstedter Reihendorf.
 
Image 

Schwarz ist ein gebranntes Kind, er hat mit dem Schwarzwild schon seine eigenen Erfahrungen. "Ich bekomme täglich Besuch von zehn bis 20 Wildschweinen, so dass sich keiner meiner Familie nach dem Dunkelwerden auf das eigene Grundstück traut." Wenn eine solche Rotte an einem vorbeiläuft, sei das nicht gerade angenehm, so der Bürgermeister.

Zuvor hatte Stadtrat Jürgen Laue (CDU) in aller Form den Antrag gestellt, dass seitens des zuständigen Amtes Maßnahmen eingeleitet werden, um die Wildschweinpopulation zu reduzieren. Die Situation ist die, sagte der Landwirt, dass wir auf den Feldern vermehrt Schäden feststellen. Aber nicht nur im Gebiet Richtung Zabenstedt, sondern auch in der Stadt im Bereich Friedhof, im ehemaligen Stadtpark, auf dem Aschenberg und am Kümmelloch. Laue sprach von "erheblichen Schäden" und kritisierte, dass die Jäger zu wenig tätig seien. Speziell an die Adresse der Gerbstedter Jäger gerichtet sagte er: "Die machen dort zu wenig."

Laue erinnerte in diesem Zusammenhang an eine vor Jahresfrist stattgefundene Beratung mit allen, die in Gerbstedt für die Jagd zuständig sind, und dass es Festlegungen gegeben habe, die jeder im Protokoll nachlesen könne. "Nur leider ist nichts passiert", bedauerte der Stadtrat und wies darauf hin, dass die Schweine über die Straße wechseln, was für die Zukunft Gefahren herauf beschwöre.

Laut Polizei ist in der Vergangenheit zwar noch nichts Auffälliges passiert - im vergangenen Halbjahr gab es lediglich einen Wildunfall, allerdings nicht mit einem Schwein, sondern einem Reh. Aber die Zeichen mehren sich, dass sich das ändern könnte. Es besteht Handlungsbedarf, sind sich die Stadträte der Einheitsgemeinde einig. "Und wenn die Gerbstedter Jäger das nicht packen, dann müssen eben andere ran", sagte Bürgermeister Schwarz.

Als Ursache für die derzeitige missliche Situation sieht der Ortsbürgermeister von Welfesholz, Edgart von Stromberg, die "nicht eindeutig geregelte Zuständigkeit". Anderswo seien die Reviere aufgeteilt, in Gerbstedt nicht. "Es fehlt an der entsprechenden Zuständigkeit und Verantwortung", so Stromberg.

Zuletzt geändert am: Montag, den 22. November 2010 um 23:30 Uhr
MZ

MZ

Zum kommentieren von Beiträgen bitte anmelden.