Montag, den 22. November 2010 um 09:07 Uhr

Brennende Tonne testet Vierbeiner

Geschrieben von  MZ
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GERBSTEDT/MZ. Hunde im Dunkeln: Eine Übungsstunde der besonderen Art gab es am Samstag auf dem Hundesportplatz in Gerbstedt. Flutlicht und Lagerfeuer wiesen von weitem schon darauf hin. Die Hundefreunde warteten auf die Dämmerung bzw. die Dunkelheit, um mit ihren Hunden unter diesen Bedingungen zu trainieren. "Ich habe als Hundebesitzer eine Verantwortung und es ist wichtig zu wissen, wie mein Vierbeiner auf verschiedene Situationen in der Nacht reagiert", sagt Joachim Ulrich aus Gerbstedt.

Deshalb planten die Mitglieder des Vereins auch in diesem Jahr wieder einen Parcours, der mit auserwählten alltäglichen Situationen den Hund konfrontieren und so sein Wesensverhalten getestet werden sollte. Anfangs mussten die Vierbeiner am offenen Feuer vorbeilaufen, bevor es dann in die Dunkelheit ging. Bereits an der Feuerstelle zeigten die Hunde ganz unterschiedliche Reaktionen. Riesenschnauzer "Dusty" zeigte sich bei dieser Übung völlig unbeeindruckt vom Knistern und Lodern der Flammen, wobei der kleine Schäferhundwelpe "Dago" die Nähe seines Herrchens suchte. "Diese Trainingseinheiten sind für mich und meine Schäferhündin Raska wichtig. Ich möchte endlich, dass sie ihre Schreckhaftigkeit in der Dunkelheit ableg", sagte Hundefreundin Simone Hettwer aus Könnern und frischte zwischendurch einige Grundkommandos wie "Sitz und Platz" immer wieder auf.

 

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Werner Fricke läuft bei Dunkelheit mit seinem Hund an einer brennenden Tonne vorbei. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)

Nach der Übung mit dem Feuer folgten plötzliche, unerkennbare Geräusche aus der Dunkelheit. Ein Sportfreund versteckte sich dafür hinter einem Baum und schüttelte einen mit Steine befüllten Eimer. Und an diesem Punkt des Parcours wurde es richtig laut. Ob Schäferhund, Border Collie, Malinoi, Rottweiler oder Akita Inu, bei dieser Übung zeigten alle Hunde mit Gebell oder Knurren die Gefahr an.

Aber auch gewöhnliche Alltagssituationen wurden geübt. So zum Beispiel Begegnungen mit Passanten oder Spaziergängern in der Dunkelheit oder plötzliches Rascheln. "Es ist erstaunlich wie die Hunde reagieren", sagte Vereinsvorsitzender Uwe Schröter und fügte hinzu, dass man durch solche speziellen Beobachtungen seinen Hund erst richtig kennen lernt und sich so auf seinen Vierbeiner einstellen kann.

Im Anschluss an den dunklem Außenparcours trainierten die Hunde und Herrchen auf dem unter Flutlicht beleuchteten Hundeplatz weiter und festigten beispielsweise Schutzdienstübungen. An diesem speziellen Höhepunkt, der bereits seit 15 Jahren im Verein durchgeführt wird, nahmen auch in diesem Jahr wieder fünfzehn Menschen-Hunde-Paare teil. Insgesamt zählt der Verein über vierzig Mitglieder und an drei Tagen in der Woche kann in Gerbstedt mit dem Hund trainiert werden. Alle Hunderassen sind herzlich willkommen.

Und dass Training sich auszahlt, bewies Werner Fricke mit seiner Akita-Inu-Hündin Amai. Dieser belegte bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im 5 000 Meter-Geländelauf einen zweiten Platz in einer tollen Zeit von 19:26 Minuten.

Zuletzt geändert am: Montag, den 22. November 2010 um 23:38 Uhr
MZ

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