Freitag, den 12. November 2010 um 09:44 Uhr

Krughütte auf 10x15 Metern

Geschrieben von  MZ
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WIMMELBURG/MZ/GURI. Die Berg- und Hüttentradition im Mansfelder Land ist um eine Attraktion reicher. Nach der Seilscheibe an der Oberen Siebenhitze in Eisleben und einem Obelisk, der an die Entwicklung des 800-jährigen Kupferschieferbergbaus und seine Verhüttung erinnert, ist nun am Ortseingang von Wimmelburg eine neue hüttentechnische Gedenkstätte entstanden: der Nachbau der Krughütte von 1870 auf einer Fläche von 10 mal 15 Metern. Dieser Kraftakt geschah auf Initiative des Vereins der Mansfelder Berg- und Hüttenleute.
 
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Das Modell der Krughütte wird feierlich eingeweiht, es vermittelt einen Eindruck von der einst so gewaltigen Anlage. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)
 
 
Dessen VorsitzenderArmin Leuchte hat das Denkmal, das auf einem Platz hinter der Gaststätte "Zur Hüneburg" steht, am Dienstag feierlich eingeweiht. Wie er sagte, erinnere es daran, dass der Bergbau ohne die Hütten und deren fleißige Mitarbeiter nicht lebensfähig gewesen wäre.

Nur die weithin sichtbare mächtige Schlackenhalde zeugt noch von der ehemaligen Krughütte. Mit der Schließung der Hütte im Jahre 1972 verschwand die wichtigste hüttentechnische Stätte westlich von Eisleben. Hingegen blieben die Spitzkegelhalden als Industriedenkmal des Mansfelder Bergbaus erhalten.

Um die Geschichte des Mansfelder Kupferbergbaus als Anschauungsobjekt für die Zukunft lebendig zu erhalten, hatte sich der Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute entschlossen, in der Nähe des Standortes der Krughütte das Hüttendenkmal im Maßstab 1:20 entstehen zu lassen. Mit der Ausführung des Nachbaus wurde der im Mansfelder Land bekannte Gerbstedter Burgenbauer und Hobbykünstler Günther Beinert beauftragt, dem Entwurf, Ausführung und Aufbau große Freude bereitete.

Welches Bild ergibt sich nunmehr heute für die Besucher? Imposant ist die Nachbildung des dominanten Ofenhauses mit einer Länge von fünf Metern. Die acht Meter lange Hüttenbrücke davor war zur Anfuhr der Braunkohle zum Kraftwerk notwendig, ebenso die darunter liegenden Abfuhrgleise für den Transport der Schlacke aus dem Ofenhaus. Für die Gasableitung der Öfen in der Produktionsphase waren drei 87 Meter hohe Schornsteine notwendig. Ins maßstäbliche Verhältnis gesetzt, weisen sie nunmehr die imponierende Höhe von sechs Metern auf und ergänzen äußerst beeindruckend das fünf Meter lange und 1,50 Meter hohe Ofenhaus. Gefertigt wurden die Stahl-Schornsteine von der Eisleber Anlagenbau AG.

An der Herstellung des Modells hat Günther Beinert etwa sechs Monate emsig gewerkelt und dabei etwa sieben Tonnen Beton und rund 1 000 Würfelschlacken verarbeitet. "Ich bin glücklich und stolz über das Endprodukt", so Beinert.

Finanziert wurde das Denkmal zum Teil durch den Verkauf der dreibändigen Mansfeld-Industriegeschichte, die ein Autorenkollektiv des Vereins geschrieben hat. Dankbar äußerte sich Leuchte auch über die Unterstützung einheimischer Unternehmen wie Transportbetrieb Martin Sauer, Profil GmbH, Bauunternehmen Sachse und die Wimmelburger mit ihrem rührigem Heimatverein.

Zuletzt geändert am: Freitag, den 12. November 2010 um 09:59 Uhr
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